Rund um die Biene

Das Bienenvolk

perfekt durchorganisiert – ein “Superorganismus” mit einer kollektiven Intelligenz

Über den Globus verteilt gibt es über 20.000 bekannte Bienenarten. In Deutschland gibt es ca. 580 Wildbienenarten. Anders als uns Honigbienen leben die meisten Wildbienen nicht in größeren sozialen Einheiten, sondern als Einzelgänger.

Weltweit gibt es allerdings nur neun Arten der Honigbiene mit dementsprechend vielen Unterarten.

Bei unseren Honigbienen handelt es sich um eine Art der Westlichen Honigbiene (Apis millifera). Ein Bienenvolk funktioniert als gemeinschaftlicher Organismus, in dem verschiedene Aufgabenbereiche perfekt durchorganisiert und aufeinander abgestimmt sind.

Die unfruchtbaren Arbeiterinnen machen den Großteil des Bienenvolkes aus. Sie haben viele Aufgaben in unterschiedlichen Bereichen, von der Brutpflege bis hin zum Nektarsammeln.

Das einzige Weibchen im Bienenstock, das fähig ist, sich zu vermehren, ist die Königin. Sie legt pro Tag bis zu 2.000 Eier!
Die männlichen Tiere, die Drohnen, leben nur für einige wenige Wochen im Jahr. Ihre Lebensaufgabe ist es, die Königin auf ihrem Hochzeitsflug zu begatten. Dies bedeutet für die Drohnen meistens den Tod. Sollten sie sich diesem Schicksal allerdings entziehen, werden sie kurze Zeit später von den Arbeiterinnen aus dem Bienenstock (sog. Drohnenschlacht) vertrieben.

Die Königin (Weisel) paart sich einmalig auf mehreren Hochzeitsflügen mit ca. 15 Drohnen. Danach trägt sie den Spermienvorrat für die Dauer ihres Lebens (3-5 Jahre). Aufgaben der Weisel sind: Eiablage und Zusammenhalt des Bienenvolkes.

Gewicht: 180-300 mg
Größe: 20-25 mm
Alter: bis zu 5 Jahre

Die Arbeiterin ist wie die Königin weiblich. Sie haben rückgebildete Geschlechtsorgane, aber ausgebildete Sammelwerkzeuge. Aufgaben: Nestbegründung und -verteidigung, Brutpflege, Nahrungsammeln usw…

Gewicht: ca. 100 mg
Größe: 12-14 mm
Alter: ca. 6 Wochen (Sommerbienen)
ca. 9 Monate (Winterbienen)

“Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen, je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er.”

von Karl von Frisch, 1886 bis 1982

Honig

der feine Unterschied – nicht sichtbar auf den ersten Blick

Was darf ein Glas Honig kosten?

Industriellen Honig (500 Gramm) erhält man im Supermarkt schon teilweise bei Angeboten unter 3 EUR. Im Schnitt liegt man aber zwischen 3-4 EUR für ein Glas Honig. Geiz ist “leider” geil, denn wie sonst könnte man sich erklären, warum wir den Honig aus Argentinien (Luftlinie ca. 11.950 km entfernt) oder Kuba (Luftlinie ca. 8.100 km entfernt) importieren. Die klimatischen Bedingungen in diesen Ländern lassen oftmals ganzjährige Honigernten zu, was aber die schlechte Ökobilanz durch den Transport nach Deutschland nicht rechtfertigt. Neben den oftmals lockeren Vorschriften zur Bienenhaltung und deren medizinischen Behandlung, ist in diesen Ländern auch das Lohnniveau und die damit verbundenen niedrigeren Erzeugungskosten für den Händler ein Argument. Schlechtere Qualität kann durch lockere Vorschriften und durch die Vermengungen von verschiedenen Honigsorten ausgeglichen werden.

Doch warum gibt es immer weniger Honig obwohl wir immer mehr Imker in Deutschland haben? Imker zu werden erfreut sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit allerdings besitzen die Jungimker in Schnitt nur ca. 2-3 Wirtschaftsvölker. Größere Imkereien und ältere Kollegen mit einer meist größeren Anzahl von Völkern geben leider vermehrt die Imkerei auf.

Wie viel ist ein Glas Honig wert?
„Erlauben Sie mir, einen Wunsch zu sagen.
Ich möchte ein Glas Honig haben.
Was kostet´s? Ich bin zu zahlen bereit.
Für was Gutes ist mir mein Geld nicht leid.“
„Sie wollen was Gutes für Ihr Geld?
Sie kriegen das Beste von der Welt!
Sie kaufen goldenen Sonnenschein,
Sie kaufen pure Gesundheit ein!
Was Besseres als Honig hat keiner erfunden.
Der Preis? Ich verrechne die Arbeitsstunden.
Zwölftausend Stunden waren zu fliegen,
um so viel Honig zusammen zukriegen.
Ja, meine Leute waren fleißig!
Die Stunde? Ich rechne zwei Mark dreißig.
Nun rechnen Sie sich´s selber aus!
27000 kommt heraus.
27000 Mark und mehr.
Hier ist die Rechnung, ich bitte sehr!“
Josef Guggenmos, 1922

Honig

Schätze Dich glücklich Deutschen Honig zu bekommen!
Wir Deutschen sind im Honigessen Weltmeister (im Fußball ja leider nicht mehr). Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt pro Jahr bei einem Kilogramm. Allerdings werden 80 Prozent des in Deutschland konsumierten Honigs importiert. Hauptimporteure sind Argentinien, Ukraine, Mexiko weitere Herkunftsländer sind Ungarn, Kuba, Bulgarien, China, Spanien, Rumänien und Chile.

Honig im Supermarkt

Oftmals auf den ersten Blick nicht sichtbar da die Hersteller gerne die mit Namen wie Imkerhonig, Landhonig, Honig vom Imker die wahre Herkunft des Honigs verschleiern. Der Honig kann von überall herkommen. Um wirklich zu wissen woher der Honig im Supermarkt kommt hilft der Blick aufs Kleingedruckte (meist auf der Rückseite des Honigbehältnisses).
Andere Länder andere Sitten… und Vorschriften bezüglich Einsatz von Agro-Gentechnik Einsatz von hochgiftigen Pestizide in der Landwirtschaft. Aber auch andere Gesetze bezüglich der dringend erforderlichen Behandlung gegen die Varroa-Milbe (Varroa desturctor) und andere aufkommenden Bienenparasiten und Krankheiten weichen im internationalen Vergleich stark von den EU-Richtlinien, Vorschriften Deutschlands und des Deutschen Imkerbundes (DIB) stark ab. Das in der EU und damit auch in Deutschland vieles strenger kontrolliert wird sollte bekannt sein. Auch hat der Deutsche Imkerbund für seine Honige hohe Maßstäbe angesetzt, die weit über die Anforderung der EU Verordnung für Honig hinausgehen.

Warum Honig bei uns kaufen?

Naturbelassener Honig: Wir füllen aus den geschleuderten Waben direkt ins Glas ab. Dadurch gehen keine honigeigenen Bestandteile wie Pollen verloren.

nicht wärmebehandelt: Durch unsere direkte Abfüllung ist eine Wärmebehandlung nicht notwendig und von uns auch nicht gewollt. So werden auch keine natürlich wertvollen Enzyme durch erhitzen inaktiviert.

Heimischer Honig: Gut für unsere Natur: Über 75 % unsere heimischen Pflanzen sind von der Bestäubung durch Bienen abhängig. Mit dem Genuss von Imkerhonig aus der Heimat leisten Sie einen aktiven Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

eigener Honig: 100% Honig von unserer eigenen Imkerei und wird garantiert nur aus unseren eigenen Bienenvölkern gewonnen. Wir kaufen auch keinen Honig von anderen Bezugsstellen zu.

Qualität nach DIB: Wir halten uns streng an die Vorgaben des Deutschen Imkerbundes (DIB).

“Nichts gleicht der Seele so sehr wie die Biene, sie fliegt von Blüte zu Blüte wie die Seele von Stern zu Stern, und sie bringt den Honig heim wie die Seele das Licht”

von Victor Hugo,1802-1885

Den einen Grund für das Bienensterben gibt es sicherlich nicht. Hier spielen oft mehrer Faktoren eine Rolle. Fakt ist aber das die meisten Gefahren für die Bienen von den Menschen ausgehen. Hier hat aber jeder von uns die Möglichkeit sich tagtäglich für die nützlichen Insekten einzusetzen. Um den Artenschwund und das Bienensterben zu stoppen ist ein schnelles Umdenken und Handel jedes Einzelnen gefragt.

Insektizide verwendet in der konventionellen Landwirtschaft, im konventionellen Obst- und Gemüsebau und in vielen Haus- und Kleingärten, um Schädlinge zu töten. Doch die Mittel treffen nicht nur die Schädlinge, sondern auch alle anderen Insekten. Als besonders problematisch gelten systemische Insektizide, die sich in allen Teilen der Pflanzen ausbreiten und so auch die Bienen treffen, die Pollen, Nektar oder Guttationstropfen (Wasser, das Pflanzen ausscheiden) sammeln. Dazu gehören auch die Insektizide aus der Gruppe der Neonicotinoide, die Bienen schon in sehr kleinen Mengen schädigen.

Monotone Agrarlandschaften ohne Kräuter, Blühpflanzen und Hecken finden die Bienen keine Nahrung. Im konventionellen Getreideanbau und in Maisfeldern blüht nichts. Deshalb ist der Honigertrag in Städten inzwischen oft höher als auf dem Land. An vielen Orten bieten im Frühling und Frühsommer Obstbäume, Löwenzahn und Rapsblüten auch auf dem Land noch ausreichend Bienenweide. Doch wenn im Juni Raps und Obstbäume nicht mehr blühen und die Löwenzahnwiesen gemäht sind, tritt bei den Bienen ein Futterschock ein. Gerade gab es noch ein sehr großes Angebot, doch im Sommer findet sich plötzlich nur noch wenig Nektar.

Der Klimawandel führt dazu, dass viele Blühpflanzen heute früher blühen als noch vor Jahrzehnten. Der frühere Blühzeitpunkt bringt den Rhytmus der Bienenvölker im Frühjahr durcheinander. Das kostet die Völker viel Energie. Überdurchschnittlich heiße, lange und trockene Sommer, warme Winter und lange Trockenheitsphasen im Frühjahr stressen die Bienen zusätzlich. Das insgesamt mildere Klima ermöglicht es aber auch anderen bienenfeindlichen Arten sich in Deutschland auszubreiten.

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist eine nur 1-2mm große Milbe, die Bienenstöcke befällt, den erwachsenen Arbeiterinnen Blut absaugt und ihre Eier in die Brut der Bienen legt. Der Parasit kommt ursprünglich aus Asien. Während die asiatischen Honigbienen (Apis cerana) die Milben aushalten, ist die in Europa, Afrika und den Amerikas verbreitete Apis mellifera sehr anfällig. Die Varroamilbe wurde erst in den späten 1960er Jahren nach Osteuropa eingeschleppt und ist inzwischen fast auf der ganzen Welt verbreitet.

Neue Bedrohungen wie z.B der Beutenkäfer steht bereits vor unserer Haustüre bzw. vor unserern Bienenvölkern. Er ist von Afirka fast über die ganze Welt verschleppt worden und ist seit kurzer Zeit auch in Europa nachgewiesen worden. Die asiatische Hornisse hat mittlerweile den Weg nach Deutschland gefunden. Der dunkle Jäger mit den leuchtend gelben Beinen wurde bereit desöfteren in Frankreich gesichtet und nun auch schon in Karlsruhe und ist bekannt dafür ganze Bienenvölker zu vernichten.